{"id":528,"date":"2022-08-14T13:28:58","date_gmt":"2022-08-14T11:28:58","guid":{"rendered":"https:\/\/lendl.priv.at\/blog\/?p=528"},"modified":"2026-01-05T23:06:46","modified_gmt":"2026-01-05T22:06:46","slug":"define-gerechte-pensionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lendl.priv.at\/blog\/2022\/08\/14\/define-gerechte-pensionen\/","title":{"rendered":"#define gerechte Pensionen"},"content":{"rendered":"\n<p>Weil mal wieder der Generationenvertrag in Sachen Pensionen im Gespr&auml;ch ist, und Alt gegen Jung diskutiert, will ich hier mal einen Gedanken einwerfen, der zu oft ignoriert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben ein Umlagesystem bei den Pensionen: die jetzt Arbeitenden zahlen die Pensionen der vorigen Generation in der Erwartung, dass dann ihre Kinder und Enkel das Gleiche f&uuml;r sie machen werden. Alles gut und sinnvoll, aber was genau meinen wir eigentlich mit &#8220;das Gleiche machen&#8221;?<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die demoskopischen Entwicklungen und die &Auml;nderungen in der Lebenserwartung sind die Randbedingungen nicht konstant geblieben, die Frage hat daher keine triviale Antwort. Ich sehe grob zwei Ans&auml;tze, wobei ich bewusst nicht behaupte, dass der eine wahrer ist als der andere.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der anspruchsbasierte Ansatz<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach x Jahren Arbeit \/ ab dem y. Lebensjahr hat man einen Anspruch auf eine Pension in der H&ouml;he von f(Arbeitseinkommen). Wenn die Generation, die jetzt in Pension ist, das f&uuml;r ihre Vorg&auml;nger erm&ouml;glicht hat, dann ist es nur fair, wenn auch sie zu den gleichen Konditionen in Pension gehen k&ouml;nnen. Ja, an ein paar der Parameter wurde in den letzten Jahren leicht gedreht, etwa der Funktion, die aus dem Einkommen &uuml;ber die Berufsjahre die Pensionsh&ouml;he ermittelt, aber der Ansatz blieb der gleiche: man hat sich eine Pension in einer gewissen H&ouml;he verdient, und die haben die Kinder und der Staat zu garantieren. &#8220;Ist ja fair, wir haben das gleiche f&uuml;r unsere Vorfahren gemacht.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der kostenbasierte Ansatz<\/h2>\n\n\n\n<p>Wir k&ouml;nnen aber auch andersherum rechnen: die jetzigen Pensionisten mussten w&auml;hrend ihres Arbeitslebens f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung ihrer Eltern\/Gro&szlig;eltern einen gewissen Teil ihres Einkommens abgeben. Teils direkt per SV-Abgaben auf ihr Einkommen, teils per Arbeitsgeberbeitr&auml;ge auf ihren Lohn aber auch &uuml;ber Zusch&uuml;sse aus dem regul&auml;rem Staatsbudget. Das k&ouml;nnte man sicher aus historischen Statistik- und Budgetdaten f&uuml;r jedes Nachkriegsjahr ausheben. Der genaue Prozentwert spielt hier keine Rolle, aber ich bin mir sehr sicher, dass er &uuml;ber die Jahre hinweg gestiegen ist, weil die Bev&ouml;lkerung nicht mehr so stark w&auml;chst (was das Ganze in Richtung Ponzi-Schema ger&uuml;ckt hat) und die Lebenserwartung viel st&auml;rker gestiegen ist als das Pensionseintrittsalter. Man kann gut argumentieren, dass das nicht fair ist. Warum sollen heutigen Arbeitenden mehr ihrer Wirtschaftsleistung an die Pensionisten abgeben, als was diese fr&uuml;her f&uuml;r ihre Vorg&auml;nger abgegeben haben?  <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Aus einer rein rationalen Sicht sind beide Ans&auml;tze gleich richtig. Beide sind in sich konsistent und logisch. Der Mathematiker und Informatiker in mir sagt: wenn man bei einer Optimierungsaufgabe die Zielfunktion nicht klar definiert (hier &#8220;Was ist gerecht?&#8221;), dann kann man nicht objektiv die beste L&ouml;sung suchen. Das geht mir bei der aktuellen Debatte ab. Die Anerkennung, dass es mehr als einen Blickwinkel auf das Thema gibt, und dass man daher einen politischen Kompromiss suchen wird m&uuml;ssen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber in einem Bereich bin ich ganz hart f&uuml;r den kostenbasierten Ansatz: Angeblich sind die Politikerpensionen in Italien komplett aus dem Ruder gelaufen, weil schon kurze Karrieren dort gro&szlig;en Pensionsanspr&uuml;che triggern. Hier w&auml;re ein hartes &#8220;Aber in Summe kriegen sie nicht mehr als x% vom BIP.&#8221; hilfreich. &nbsp; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weil mal wieder der Generationenvertrag in Sachen Pensionen im Gespr&auml;ch ist, und Alt gegen Jung diskutiert, will ich hier mal einen Gedanken einwerfen, der zu oft ignoriert wird. 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